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Warum Wasser im Rohr mehr schafft als jede Spirale
Nach einer Spiralreinigung läuft das Wasser wieder. Nach vier Wochen steht es erneut.
Das ist kein Pfusch und kein Zufall. Es liegt daran, was die beiden Verfahren im Rohr tatsächlich tun, und dieser Unterschied ist größer, als die gemeinsame Überschrift Rohrreinigung vermuten lässt.
Ein Loch ist noch keine saubere Leitung
Eine Spirale arbeitet mechanisch. Ein biegsamer Stahlkern wird in die Leitung geschoben, vorn sitzt ein Werkzeug, das sich dreht und die Verstopfung durchbricht. Das funktioniert schnell, es funktioniert auch um enge Bögen, und in vielen Fällen ist genau das die richtige Antwort.
Was die Spirale nicht leistet: die Rohrwand freimachen. Sie räumt einen Kanal durch das Hindernis, ungefähr in ihrem eigenen Durchmesser. Der Belag aus Fett, Seife und Kalk, der ringsherum an der Wand sitzt, bleibt liegen. Das Wasser läuft wieder, aber der Querschnitt ist nur teilweise zurück, und an der rauen Restschicht setzt sich neues Material schneller ab als an glattem Rohr.
Deshalb der Rhythmus, den viele kennen: Es läuft, dann läuft es wieder nicht, und die Abstände werden kürzer.
Was der Druck im Rohr macht
Bei der Hochdruckspülung übernimmt Wasser die Arbeit. Ein Schlauch wird eingezogen, vorn sitzt eine Düse, und die Bohrungen dieser Düse zeigen nach hinten.
Das ist der entscheidende Punkt. Die rückwärts gerichteten Strahlen treiben die Düse gegen die Fließrichtung durch die Leitung, ähnlich wie ein Rückstoß, und gleichzeitig schleudern sie das Wasser in flachem Winkel gegen die Rohrwand. Die Düse zieht sich also selbst nach vorn und schält dabei ringsum ab, was an der Wand klebt. Gearbeitet wird in Abschnitten, in der Regel stromaufwärts, damit alles Gelöste mit dem Wasser zurück zum Schacht läuft.
Dort steht das Fahrzeug und saugt ab. Spülen und Saugen gehören zusammen, sonst verlagert man die Ablagerung nur ein Stück weiter in Richtung des nächsten Engpasses.
Das Ergebnis ist ein Rohr, das wieder seinen vollen Querschnitt hat und dessen Wand glatt ist. Der Unterschied zeigt sich nicht am Tag der Reinigung, sondern daran, wann die nächste nötig wird.
Wann die Spirale trotzdem gewinnt
Hochdruck ist nicht in jeder Lage das bessere Werkzeug, und wer etwas anderes behauptet, verkauft Fahrzeuge statt Lösungen.
In engen Innenleitungen mit vielen Bögen kommt die Spirale oft weiter, weil sie sich durch Winkel schiebt, die ein Spülschlauch nicht sauber nimmt. Bei einem harten Fremdkörper, der im Rohr steckt, nützt Wasserdruck wenig, dort muss mechanisch gearbeitet werden. Und bei alten, bereits geschädigten Leitungen ist Vorsicht geboten: Ein Rohr mit Längsriss und lockeren Scherben verträgt nicht jeden Druck. Deshalb wird der Druck an Material und Zustand angepasst, und deshalb schauen wir bei wiederkehrenden Problemen lieber einmal mit der Kamera hinein, bevor wir die Leistung erhöhen.
Die ehrliche Antwort auf die Frage, welches Verfahren das richtige ist, lautet also: Es hängt davon ab, wo die Leitung liegt, wie sie gebaut ist und was sie zugesetzt hat. Wer am Telefon ohne Rückfrage ein Verfahren zusagt, rät.
Welche Technik wir dafür vorhalten, sehen Sie auf der Startseite.
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