Weiße Drückerplatte mit großer und kleiner Taste an einer hellgrau gefliesten Badezimmerwand, Symbolbild
03.11.2026
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Spartaste am WC: wann die kleine Taste reicht und wann sie zu wenig ist

Gut ein Viertel des Trinkwassers, das an Haushalte und Kleingewerbe geht, fließt durch die Toilette. Die Wasserstatistik des BDEW, die auch das Umweltbundesamt veröffentlicht, nennt für 2023 einen Anteil von 27 Prozent. Bei älteren Toiletten fließen nach Angaben des Bundesumweltministeriums circa neun bis vierzehn Liter pro Spülung durch das Becken, moderne kommen mit deutlich weniger aus. Mit der kleinen Taste lässt sich noch mehr sparen.

Sie hat allerdings eine Aufgabe, für die sie gedacht ist, und eine, für die sie nicht gedacht ist.

Zwei Tasten, zwei Mengen

Spülkästen mit zwei Tasten arbeiten mit zwei Mengen. Der Hersteller TECE nennt als Werkseinstellung sechs Liter für die große und drei Liter für die kleine Taste. Davon zu unterscheiden ist die Spül-Stopp-Taste, mit der man eine laufende Spülung von Hand abbricht. Beides wird im Alltag Spartaste genannt, technisch sind es zwei verschiedene Dinge.

Das Bundesumweltministerium hält sechs bis neun Liter für einen sauberen Spülvorgang für ausreichend. Je nach Spülgut könne die Menge auch auf drei Liter sinken, vorausgesetzt, das WC-Becken ist dafür geeignet. Was mit Spülgut gemeint ist, schreibt das Ministerium nicht. Die kleine Taste ist für das kleine Geschäft gedacht. Bei Feststoffen braucht das Wasser mehr Kraft, um sie durch die Leitung zu tragen.

Was die Spülung im Rohr leisten muss

Mit dem Blick in die Schüssel ist die Arbeit der Spülung nicht getan. Das Wasser muss alles durch die Anschlussleitung, durch den Fallstrang und dann ein Stück durch die liegende Leitung unten im Haus tragen. Dort hat es kein starkes Gefälle mehr, und Feststoffe kommen nur so weit, wie das Wasser sie schiebt.

Wie weit das ist, hat die FH Münster im Jahr 2000 im Auftrag des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima im Labor gemessen, mit genormten Prüfkörpern an einer fünfzehn Meter langen Leitung mit zehn Zentimetern Nennweite. Mit acht Litern war die Strecke in der Regel nach höchstens zwei Spülungen frei. Bei sechs Litern nahm die Transportweite deutlich ab, die Strecke ließ sich aber mit mehreren Nachspülungen noch vollständig freispülen. Mit viereinhalb Litern kam das Spülgut beim ersten Mal im Mittel nur etwa vier bis fünf Meter weit. Ab etwa acht Metern hinter dem Fallrohr konnten sich Ablagerungen dauerhaft festsetzen, wenn kein anderer kräftiger Abfluss sie weitertrug.

Eine vergleichbare Messung für die kleine Taste mit drei Litern ist uns nicht bekannt. Die Richtung ist aber klar: Mit jeder Stufe weniger Wasser wurde der Weg kürzer, und schon viereinhalb Liter sahen die Versuchsleiter an der Grenze dessen, was eine herkömmliche Entwässerung mit Gefälle schafft.

Interessant ist auch, was in Vorversuchen an derselben Anlage kaum half. Wasser aus Waschbecken, Dusche und Waschmaschine bewegte liegengebliebene Prüfkörper so gut wie nicht. Erst ein kräftiger Schwall, wie ihn das Ablassen einer Badewanne erzeugt, räumte die Leitung frei.

Wann die große Taste die richtige ist

Der Spülkastenhersteller Geberit schreibt zur Einstellung der Spülmenge, sie müsse stets reichen, um das WC sauber auszuspülen und alles durch die Abwasserleitungen zu transportieren. Die passende Einstellung solle man mit dem Installateur besprechen. Für die Wahl der Taste im Alltag hilft eine einfache Faustregel: die kleine Taste für das kleine Geschäft, die große für das große.

Das gilt umso mehr in älteren Häusern. TECE schreibt in seinen technischen Informationen, dass häufig noch Rohrleitungen verbaut sind, die für eine einwandfreie Funktion mehr Wasser brauchen, und nennt für diesen Fall bei der großen Spülung Einstellungen bis neun Liter. Läuft die Toilette immer wieder schlecht ab, kann es sich lohnen, die eingestellte Spülmenge vom Installateur prüfen zu lassen, bevor die nächste Verstopfung kommt.

Wassersparen bleibt richtig

Wer jetzt bei jeder Spülung die große Taste drückt, schießt über das Ziel hinaus. Das Umweltbundesamt schreibt, Wassersparen entlaste den Wasserhaushalt, und rät ausdrücklich davon ab, Probleme im Kanalnetz zu lösen, indem Haushalte mehr Wasser verbrauchen als nötig. Darum geht es hier auch nicht. Es geht darum, für jedes Spülgut die passende Menge zu nehmen.

Liegt etwas weiter hinten in der Leitung fest, erreicht chemischer Rohrreiniger es womöglich gar nicht, wie wir im Beitrag über Rohrreiniger aus der Flasche beschrieben haben.

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