Offener Graben auf einem Baugrundstück mit neu verlegtem orangebraunem Abwasserrohr im Sandbett, im Hintergrund ein Rohbau, Symbolbild
23.10.2026
  • #Dichtheitsprüfung
  • #TV-Inspektion
  • #Kanalsanierung
  • #Lüneburg

Dichtheitsprüfung: was am Prüftag auf Ihrem Grundstück passiert

Eine neu verlegte Grundleitung, 15 Meter lang und 15 Zentimeter im Durchmesser, wird mit Wasser gefüllt und verschlossen. Nach der DIN EN 1610 darf nach einer halben Stunde rund ein Liter fehlen, mehr nicht.

Wann eine Dichtheitsprüfung verlangt wird, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben. Hier geht es darum, was an dem Tag passiert, an dem geprüft wird.

Kamera, Wasser, Luft

Die Norm für bestehende Grundstücksentwässerungen, die DIN 1986-30, kennt drei Wege. In der Regel sieht sie für eine bestehende Leitung mit häuslichem Abwasser die Kamera vor: Die Leitung wird befahren und ihr Zustand beurteilt. In der engeren Wasserschutzzone und in manchen Gemeinden wird mehr verlangt. Bei wesentlichen Umbauten sieht die Norm stattdessen eine vereinfachte Prüfung mit Wasser vor, 15 Minuten lang. Die volle Druckprüfung nach DIN EN 1610 gehört zum Neubau und zur Kernsanierung.

In der Hansestadt Lüneburg muss eine neue Grundstücksentwässerung spätestens vor der Inbetriebnahme auf Dichtheit geprüft sein. So steht es in der Abwasserbeseitigungssatzung, und die Stadt nimmt die Anlage ab, bevor sie in Betrieb geht. Prüfen darf nach der Satzung nur ein Unternehmen, das der Hansestadt die erforderliche Sachkunde nachgewiesen hat. Diesen Nachweis haben wir.

Der Ablauf am Prüftag

Zuerst wird gespült. Das hat einen praktischen Grund: Die Leitung wird mit Absperrblasen verschlossen, aufblasbaren Gummikörpern, und die sitzen nur an einer sauberen Rohrwand sicher. Danach fährt die Kamera durch die Leitung, damit klar ist, was geprüft wird und ob die Rohrwand an den Sitzstellen der Blasen heil ist.

Dann werden die Blasen gesetzt, am Anfang und am Ende des Abschnitts. Bei der Prüfung mit Wasser wird vom tiefsten Punkt aus gefüllt und am höchsten entlüftet, denn Luft im Rohr verfälscht das Ergebnis. Der Wasserstand liegt dabei mindestens einen Meter über dem Rohrscheitel, höchstens fünf.

Dann wird gewartet, üblicherweise eine Stunde. Poröse Rohre wie Beton sollen sich vollsaugen, und die Temperaturen von Wasser und Rohrwand gleichen sich an. Erst danach beginnt die Messung. Sie dauert 30 Minuten. In dieser Zeit wird der Wasserstand durch Nachfüllen gehalten, und die nachgefüllte Menge wird aufgeschrieben.

Nach der DIN EN 1610 sind 0,15 Liter je Quadratmeter Rohrinnenfläche erlaubt. Daher kommt der eine Liter aus dem Beispiel oben. Ist im Bauvertrag zusätzlich das Arbeitsblatt DWA-A 139 vereinbart, können für Kunststoff und Steinzeug andere Grenzen gelten.

Bei der Prüfung mit Luft geht es schneller. Üblich sind zwei Verfahren, eines mit 100 und eines mit 200 Millibar Überdruck. Die Luft beruhigt sich etwa fünf Minuten lang, dann wird gemessen, bei einer Hausleitung drei beziehungsweise anderthalb Minuten. Der Druck darf in dieser Zeit um höchstens 15 Millibar fallen. Vor den Absperrblasen darf sich währenddessen niemand aufhalten, denn verdichtete Luft speichert Energie.

Warum im Zweifel das Wasser entscheidet

Luft ist schneller und braucht kein Wasser auf der Baustelle. Ihre Kriterien sind aber etwas weniger scharf, und das Ergebnis hängt an der Temperatur. Wasser entspricht dem, was später durch die Leitung fließt. In Zweifelsfällen gilt deshalb die Wasserprüfung. Fällt eine Leitung mit Luft durch, kann mit Wasser nachgeprüft werden, und dieses Ergebnis zählt.

Für Schächte empfiehlt der Güteschutz Kanalbau ohnehin Wasser, weil Luft dort die Leute am Schacht gefährdet.

Was im Protokoll steht

Jede Prüfung endet mit einem Protokoll. Darin stehen das Verfahren, der Prüfdruck, die Prüfzeit, die erlaubte und die gemessene Wasserzugabe, bei Luft der Druckabfall. Üblich gehört ein Plan dazu, auf dem die geprüften Abschnitte markiert sind. Ein Protokoll sollten Sie auch dann bekommen, wenn die Leitung nicht bestanden hat.

Was es nicht verrät, ist der Ort eines Lecks. Die Prüfung sagt nur, dass Wasser fehlt. Danach sucht die Kamera nach der Stelle, und nach der Reparatur wird noch einmal geprüft.

Für Bauherren heißt das: Lassen Sie sich das Protokoll geben, bevor Sie Ihrem Bauunternehmen die Leitungen abnehmen. Mit dieser Abnahme beginnen die Fristen für Mängelansprüche zu laufen.

Was Sie vorbereiten können

Schacht und Reinigungsöffnungen müssen zugänglich sein. Ein Entwässerungsplan spart Zeit. Fehlt er, lässt sich für Grundstücke in der Hansestadt eine Planauskunft bei der Stadt beantragen. Fragen Sie außerdem vor dem Termin, wie lange die Leitung gesperrt ist und was im Haus so lange nicht laufen soll.

Sie brauchen eine Dichtheitsprüfung, für einen Neubau, für eine bestehende Leitung? Rufen Sie an unter 04131 / 62105. Schriftlich erreichen Sie uns unter service@behne-entsorgung.de. Was wir rund um die Dichtheitsprüfung übernehmen, steht auf der Startseite.